Leuchtenbergia

Und das soll ein Kaktus sein? Der sieht aber komisch aus. So könnte man sich zunächst fragen.

Leuchtenbergia principis

Leuchtenbergia principis

In der Tat handelt es sich bei Leuchtenbergia principis (= „fürstlich“), der einzigen Vertreterin der Kakteengattung Leuchtenbergia, um einen Kaktus. Der Name Leuchtenbergia wurde zu Ehren des 3. Herzog von Leuchtenberg, Maximilian Josèphe Eugène Auguste Napoléon de Beauharnais, vergeben. Dieser wurde 1817 in München geboren, heiratete später in St. Petersburg eine russische Großfürstin und blieb dort ansässig bis zu seinem Tod im Jahre 1852.

Manchmal kann es durchaus interessant sein, ein wenig nach Herkunft von Pflanzennamen zu forschen. Dabei stößt man dank der umfangreichen Informationen im World Wide Web auf manch Wissenswertes. Besagter Herzog war anscheinend auch ein Pflanzennarr – wir können es ihm nachfühlen – und so liegt es nahe, dass der damalige Leiter des Botanischen Gartens in St. Petersburg eine Pflanzengattung nach ihm benannt hat. Ehre, wem Ehre gebührt, sozusagen.

Was ist nun so anders an der Leuchtenbergia, dass man auf den ersten Blick keinen landläufigen Kaktus entdeckt? Nun, die Warzen sind nicht klein und am Körper anliegend, wie bei den meisten Kakteen, sondern bis zu 11 cm lang und dreikantig. Die Dornen sind nicht hakig gebogen oder spitz und starr sondern bastartig, lang abstehend und biegsam. Besonders gefällt mir die blaue Farbe der Warzen. Eben ein Kaktus von blaublütigem Geschlecht.

Ich nutze jedes Jahr die Gelegenheit, ein Tütchen Samen von Leuchtenbergia principis auszusäen. Schon an den winzigen Sämlingen kann man sich erfreuen. Spätestens beim ersten Pikieren sollte man daran denken, die Winzlinge in etwas tiefere Töpfchen zu setzen, weil die Pflanzen eine Rübenwurzel entwickeln.

Ein vollsonniger Stand und regelmäßiges Wässern ist im Sommer anzustreben. In ihrer mexikanischen Heimat (nein, sie sind nicht in St. Petersburg beheimatet! 😉 ) leben die Pflanzen auf Kalkböden. Ich setze sie jedoch in mein Standardsubstrat, welches aus Bims und Lava besteht. Damit scheinen sie zufrieden zu sein.

Nach einigen Jahren des Wartens, in denen die Pflanzen immer wieder in tiefere Töpfe gesetzt werden sollten, erscheinen dann die trichterförmigen gelben Blüten. Diese öffnen sich weit, etwa 5 bis 6 cm im Durchmesser, und haben einen metallischen Glanz.

Die Gattung wird als nahe verwandt mit der Gattung Ferocactus, aber auch mit Thelocactus beschrieben. So gibt es einige Hybriden mit Ferocactus. Manch ein Kakteenenthusiast setzt seinen Forscherdrang dazu ein, Kreuzungen aus Ferocactus und Leuchtenbergia, die dann im Jargon zu „Ferobergia“ werden, zu erzeugen.

Schreibfehler gefunden?

Wenn du einen Rechtschreibfehler entdeckt hast, kannst du ihn gerne melden, indem du den Text mit der Maus markierst und dann Strg + Eingabetaste drückst. Vielen Dank für die Hilfe! 😉

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen:

Fehlerbericht

Der folgende Text wird anonym an den Autor des Artikels gesendet: