Trauminsel mit 7 Buchstaben

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Trauminsel mit 7 Buchstaben

Weites Land

Weites Land

Menorca? Jamaika? Mykonos? Korsika? Sumatra? – Alles falsch. Meine Trauminsel liegt in der Ostsee und heißt schlicht: FEHMARN. Gerne bezeichne ich sie als unsere Familieninsel, denn so lange ich denken kann, sind wir  gerne dorthin gefahren. Das zieht sich durch die gesamte Familie. Dort wurden schon Familiengeburtstage gefeiert, die Kinder sind in Gummistiefeln beim Bauern im Stall gewesen und haben beim Melken geholfen. Hier saßen sie auf dem Rücken „ihrer“ Ponys.

Viele Muscheln und besondere Steine zeugen zu Hause von früheren Urlauben auf unserer Insel. Ausgewählte Freunde durften schon mal mitkommen. Im Corona-Sommer 2020 wurde sogar auf der Insel geheiratet. Jeden Stein haben wir schon umgedreht, jeden Feldweg abgeradelt. Und im September waren wir wieder dort.

Herrliche Wolkengebilde sah man in dieser Zeit am Himmel, die ich fleißig fotografiert habe.

Unser alljährliches Feriendomizil nehmen wir seit Jahren im Osten der Insel ein. Die Gegend um die Orte Presen, Klausdorf und Marienleuchte schätzen wir besonders, weil dort der Naturstrand in der Nebensaison noch relativ unbelebt ist. Für Kinder sind die zahlreichen Ferienbauernhöfe ein wahres Paradies. Und die Gastgeber vor Ort tun einiges dafür, dass kleinen wie großen Gästen der Aufenthalt unvergesslich bleibt.

Windenergie hat auf Fehmarn Tradition. Bereits vor 30 Jahren wurden dort die ersten Windkraftanlagen errichtet. Damals wie heute sind diese Anlagen in der Hand ortsansässiger Betreiber. Wie man auf der Webseite der Fehmarn-Energie GmbH erfährt, wird zurzeit durch die 75 Windräder so viel sauberer Strom erzeugt, dass z. B. eine Stadt wie Lübeck mit ihren rund 215.000 Einwohnern ein ganzes Jahr mit Strom für die privaten Haushalte versorgt werden kann. Gab es Ende des vergangenen Jahrhunderts noch 134 Windkraftanlagen, so ist diese Zahl heute dank technologischer Entwicklung wesentlich reduziert. Gleichzeitig liefern die Anlagen jetzt die dreifache Menge Energie wie damals. Doch genug des technischen Hintergrunds, hier sollen Fotos sprechen. Ganz in unserer Nähe gibt es ein großes Feld mit majestätischen Windrädern, die jeden Fotografen magisch anziehen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, heißt es. Anscheinend haben sich die Fehmaraner Gastronomen diesen Leitspruch auf ihre blaue Fahne mit der goldenen Krone geschrieben. Als ich letztens das jährlich erscheinende Fehmarn-Magazin aufmerksam durchblätterte, habe ich nicht schlecht gestaunt, wie viele Lokale mittlerweile gehobene Küche anbieten. Anscheinend hat sich der Nachwuchs seine Sporen in der Ferne verdient und ist dann zu seinen Wurzeln heimgekehrt nach Fehmarn, um sich dort eine Existenz aufzubauen. Alt eingesessene Gasthöfe, womöglich über Jahrzehnte bereits in Familienbesitz, wurden von den jungen Köchen übernommen, um deren Speisekarten nun mit zeitgemäßen Inhalten zu füllen.

Uns zieht es selten in die feinen Restaurants. Wir suchen lieber eines der unzähligen Hofcafés der Insel auf. Macht man dies zu Fuß oder mit dem Drahtesel, hat man gleich einen Großteil der konsumierten Kalorien wieder abgebaut. In diesem Urlaub besuchten wir das Allee-Café Katharinenhof.

Unser kulinarischer Horizont erstreckt sich – neben jeglicher Art von leckerem Kuchen – auf folgende Gerichte, die unbedingt der Nachwelt erhalten bleiben müssen 😉 :

Als Empfehlung für die beiden gezeigten Fischteller sei an dieser Stelle sehr gerne das Restaurant Nettis in Burg genannt. Die Fischgerichte sind dort wirklich ausgezeichnet und mengenmäßig kaum zu schaffen.

Eine grüne Insel wie Fehmarn hat natürlich auch eine Menge Deiche und viele Wiesen zu bieten. Was würde sich da mehr anbieten, als einmal Schaf zu sein? So neugierig die drei Schafe mich auch angesehen haben, so unprofessionell waren sie doch als Models. Sie müssen noch lernen, meinem Schattenwurf zu entgehen, mir dabei nicht gerade ihren Allerwertesten zu zeigen, ruhig stehen zu bleiben, bis es Klick macht, und bei alledem auch noch gebührend neugierig zu schauen. Vielleicht können sie es nächstes Jahr besser.

Ein besonderer Anziehungspunkt sind die Kitesurfer in Lemkenhafen, denen der Wind nicht stark genug sein kann. Eine Weile sind wir auf dem dortigen Deich entlanggegangen und haben ihrem Treiben zugesehen. Der Spot liegt am Rande eines Naturschutzgebietes. Ich las, dass das Kiten hier nur geduldet ist. Die Sportler dürfen daher ihre Gerätschaften keinesfalls auf der vorgelagerten Insel oder der Landzunge aufbauen. Sie laufen sonst Gefahr, dauerhaft die Duldung ihres Sports an diesem Standort zu verlieren. Wir beobachteten, dass die Kiter im Wasser noch stehen konnten, sollte es sie doch mal vom Board kippen. Bis zur Fahrrinne ist das Wasser dort nicht sehr tief. Sicher ist dieser Platz deshalb auch für Anfänger dieser Sportart so attraktiv.

Einen schönen Rundgang immer am Wasser entlang oder alternativ an der Strandpromenade kann man von den IFA-Hochhäusern am Südstrand bis zum Yachthafen machen. Hier hat sich in den letzten Jahren recht viel getan, um die Anlagen für den Tourismus attraktiver zu gestalten. So entdeckten wir ein paar Hausboote, die allerdings vertäut waren, aber wohl als Feriendomizil angemietet werden können. Sehr viele Grillplätze mit festen Grills und vielen Sitzplätzen gibt es mittlerweile. Sogar eine Outdoor-Sauna im stylischen Holzwaggon war vor Ort. Breite Relax-Liegen laden zur Entspannung ein. Das Radfahren ist auf dem gesamten Abschnitt untersagt, was wir als Fußgänger als sehr angenehm empfunden haben. Die Homepage des Yachthafens wirbt mit dieser Erlebnis-Promenade und nennt sie liebevoll „Walk of Fehm“.

Auf einem sehr langen Spaziergang von Lemkenhafen nach Altjellingsdorf zum Café Flora kamen wir an einer Gärtnerei vorbei. Als ambitionierte Gärtnerin musste ich hier unbedingt einen Fotostopp einlegen. Hätten wir das Auto dabei gehabt, wären einige der wunderschönen Stauden möglicherweise mit in den heimischen Garten gekommen. Übrigens macht diese Gärtnerei auch wunderschöne Brautsträuße. Das werde ich gleich noch mit einem Foto beweisen.

Blaues Kreuz

Blaues Kreuz

Abschließend will ich noch über zwei Stoppschilder berichten und einen Ausblick auf das Jahr 2021 geben. Bei dem ersten Stoppschild handelt es sich um ein blaues Kreuz, das einem überall auf der Insel begegnet. Mal steht es am Wegesrand, mal lehnt es am Gartenzaun, findet sich in einem Vorgarten oder es ist, wie hier, an ein Scheunentor genagelt.

Es ist das Zeichen des Protests gegen den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels von der dänischen Insel Lolland zur deutschen Insel Fehmarn. Der Bau ist sehr umstritten und – ganz ehrlich – ich finde ihn auch nicht gut. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie viel Schwerlastverkehr demnächst zusätzlich über die Insel fährt, um auf kürzestem Wege nach Dänemark zu gelangen. Geld regiert die Welt und man würde diesen Tunnel nicht geplant haben, wenn nicht irgendwo viele Profiteure sich einen Umsatzzuwachs davon versprechen würden.

Stoppschild

Stoppschild

Das zweite Stoppschild ist ein typisches Zeichen der Coronazeit, in der wir uns im Jahre 2020 befinden. Immerhin hat sich hier im Café Flora jemand etwas mehr als die üblichen Gedanken gemacht, um die Besucherströme zu kanalisieren. Die Touristen standen dann auch mehr oder minder brav in der Schlange und in gebotenem Abstand (oder auch nicht) mit Mund-Nasen-Bedeckung (oder auch nicht) bis auf den Parkplatz.  Auf die Zuweisung eines der begehrten Sitzplätze im Café wartet man doch gerne.

Ja, so ist das heute. Leider.

Die Aussicht auf das Jahr 2021 ist Weiß und stellt den zweiten Teil eines Ereignisses dar, was eben auch in der jetzigen Zeit nicht ganz ungewöhnlich erscheint. Da plant man und plant und kommt doch nicht so ungezwungen zusammen, wie man es sich wünscht. Deshalb wird es zur bereits stattgefundenen standesamtlichen Trauung im nächsten Jahr auch noch eine freie Trauung auf der Insel der Träume mit den sieben Buchstaben geben. Wer und wie und wann wird für immer ein Geheimnis dieses Tagebuchs bleiben, welches keinesfalls gelüftet wird. Also, wir sind ein altes Ehepaar und seit – schnell rechnen – 46 Jahren glücklich verheiratet. Also: No Chance. Das Glück geht in diesem Fall an zwei andere Verliebte.

Bliebe nur noch zu sagen: Unser aller Herz schlägt für Fehmarn.

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Schlagworte:
Fehmarn, Insel, Sommer, Urlaub

Über den Autor

Elke

Elke Seidel


Kakteen und Pflanzen aller Art sind meine Leidenschaft. Cello und Blockflöte sind "meine" Instrumente. Im evangelischen Kirchenchor singe ich mit. Wenn dann noch Zeit bleibt, wird sie dem Handarbeiten gewidmet.

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