Weihnachten 2021 ohne Schnickschnack

Aufmacher Weihnachten

Weihnachten 2021 ohne Schnickschnack

Schon wieder Weihnachten! Wie schnell ist doch dieses Jahr wieder vergangen. Da denkt man, 2021 ist alles wieder normal, aber Pustekuchen, Fehlanzeige. Was ist derzeit schon normal? Normal wäre zum Beispiel, wenn ich am 1. Advent bereits eine Keksdose mit Weihnachtsgebäck auf dem Tisch stehen hätte. Natürlich selber gebacken, denn so schmeckt es allen am besten. Und man weiß, was drin ist. Das wäre normal. Aber ich muss gestehen, dass ich bis heute, dem 4. Advent, noch nicht einen einzigen Weihnachtskeks gebacken habe. Irgendwie war mir dieses Jahr nicht danach. Das ist jedenfalls alles andere als normal.

Normal wäre, wenn sich die meisten Berufstätigen darauf freuen würden, bald einige Tage zu Hause verbringen zu können, eben weil Weihnachten ist. Doch ein großer Teil der Büromenschen hat vermutlich allmählich das zu Hause sein satt, möchte mal wieder die Kollegen und Kolleginnen (den Chef vielleicht eher nicht) live und in Farbe sehen, mit ihnen quatschen, von Mensch zu Mensch, wie das eben normal ist. Ist es aber nicht. Tagein, tagaus sitzen sie im Home Office, skypen mit den Kollegen, denen es nicht anders ergeht, zoomen sich durch den Arbeitstag. Einige Zeit kann man das über sich ergehen lassen, manche mögen sogar auf Dauer von zu Hause aus arbeiten. Aber mal ehrlich, normal ist doch anders, oder?

Sicher, es gibt auch Berufstätige, die sich sehnlichst wünschen würden, mal eine Weile zu Hause bleiben zu dürfen. Einfach, um einmal tief durchatmen zu können, sich zu regenerieren, Kraft zu tanken für das neue Jahr mit all seinen unnormalen Herausforderungen. Ich denke, jeder kann sich vorstellen, an welche Berufsgruppe ich gerade denke, das muss ich gar nicht näher spezifizieren.

Die einen wünschen sich nichts mehr, als dass die Menschen zu ihnen kämen, um ihre zusehends leerer werdenden Kassen aufzufüllen. Sie möchten ihre Familien auch im nächsten Jahr noch ernähren und ihre Miete zahlen können. Andere Berufsgruppen würden so gerne Frohsinn und Freude versprühen, den Menschen Abwechslung und Unterhaltung bieten. Doch ihre Darbietungen werden immer häufiger gemieden, weil kulturelle Angebote ganz am Ende der Skala lebensnotwendiger Dinge stehen. Wobei man da schon unterschiedlicher Ansicht sein kann. Auch Kunst und Kultur tragen zur Lebensfreude bei. Nein, normal ist das ganz und gar nicht.

Ein Anker der Normalität – im weitesten Sinne – bleibt dennoch bestehen. Es wird Morgen, es wird Abend, es wird Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Den Tageslauf, die Jahreszeiten und ihre Feste kann uns niemand nehmen. Dass die Sonne jeden Tag aufgeht, ist in den Naturgesetzen verankert. Vergessen wir in diesen schwierigen Zeiten – trotz aller Dinge, die uns belasten – nicht, was immer noch normal ist. Halten wir einen Moment inne, jetzt, zur Weihnachtszeit, und bedenken wir, was uns alles Gutes geschenkt wurde. Vieles nehmen wir als Selbstverständlichkeit hin, denken nicht darüber nach, schieben es beiseite.

Da ist es nur gut und richtig, zumindest einmal im Jahr, an Weihnachten, kurz innezuhalten, das geschäftige Treiben ruhen zu lassen, nichts zu wollen, nichts zu fordern, nichts zu fürchten, einfach nur hinzuhören, vielleicht auf den Klang der Glocken an Heiligabend. Dankbar zu sein, für alles was eben doch noch normal ist. Einen schönen Spruch fand ich von einem meiner Lieblingsautoren, der aus seiner bekannten Erzählung „Der kleine Prinz“ stammt:

Zuweilen macht es ja wohl nichts aus, wenn man seine Arbeit auf später verschiebt. – Antoine de Saint-Exupéry

Also, lasst die Arbeit an den Weihnachtstagen eine Weile ruhen, so ihr nicht zwingend arbeiten müsst. Gönnt euch einen Moment der Normalität. Frohe Weihnachten und allseits einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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Über den Autor

Elke

Elke Seidel


Kakteen und Pflanzen aller Art sind meine Leidenschaft. Cello und Blockflöte sind "meine" Instrumente. Im evangelischen Kirchenchor singe ich mit. Wenn dann noch Zeit bleibt, wird sie dem Handarbeiten gewidmet.

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